Truth Is Important

Who Is God

Who Is Jesus

Peace With God

Reformation

21st Century Reformation  Commentary

Encouragement



Past Features



 


 

 

Anthony Buzzard Website:

restorationfellowship.org

 

Anthony Buzzard e-mail:


anthonybuzzard@

mindspring.com

 

 

 

 

 


Anthony Buzzard MultimédiaSur Anthony Buzzard
PDF

 

Anthony Buzzard

Das Wesen der Präexistenz im Neuen Testament

 

Von Anthony Buzzard   

 

Nächste Seite>


„In der christlichen Tradition ist das Neue Testament lange Zeit durch die Brille der späteren konziliaren Glaubensbekenntnisse gelesen worden … Wenn man von Jesus als dem Sohn GOTTES spricht, dann hatte das im ersten Jahrhundert eine völlig andere Bedeutung, als in der Zeit nach dem Konzil von Nicäa (325 n. Chr). Wenn von seiner Präexistenz die Rede ist, so muss sie wohl in den meisten, wenn nicht sogar in allen Fällen, in Analogie mit der Präexistenz der Thora verstanden werden, um auf den ewigen göttlichen Vorsatz hinzuweisen, der durch ihn erfüllt worden ist und nicht als Präexistenz einer vollumfänglich persönlichen  Art.“ [1]

„Die etablierten Kirchen sind einer bestimmten Lehre über Jesus verpflichtet, aber Fachleute des frühen christlichen Denkens hinterfragen kritisch die Argumente, durch die es zu dieser Lehre gekommen ist. Neutestamentler fragen, ob das Neue Testament sie überhaupt lehrt und Kirchengeschichtler wundern sich über die Kluft, die zwischen Jesus und dem vollentwickelten christlichen Glauben besteht. Diese Fragen sind sehr beunruhigend, denn sie lassen vermuten, dass sich die Christenheit in einem schlechteren Zustand befinden könnte, als man denkt. Möglicherweise ist sie nicht eine im Grunde genommen gesunde Konstruktion, die nur modernisiert werden müsste, sondern eine, die radikal umkonstruiert werden müsste … Das Neue Testament deutet niemals an, dass der Ausdruck ‚Sohn GOTTES‘ einfach ‚GOTT‘ bedeutet. [2] [Die Evangelikalen bestehen jedoch auf dieser Gleichsetzung, wenn jemand als Christ gelten will!]

„Wenn der Jude etwas als vorherbestimmt bezeichnen wollte, sprach er davon, als ob es bereits im Himmel ‚existierte‘“. [3]  [Daher haben „präexistenzielle“ Aussagen im NT in Wirklichkeit etwas mit Vorherbestimmung und Prädestination zu tun. Es waren die Griechen, die diese Art des jüdischen Denkens missverstanden und Jesus in eine kosmische Figur verwandelt haben, welche die Erde von außerhalb des Raums betreten hat. Aber ist solch ein Jesus ein Mensch? Ist so einer der wahre Messias Israels?]

Viele engagierte Christen sind derzeit in den gnostischen und mystischen Tendenzen, die die Kirchen beeinflussen, geübt. Aber viele wissen nicht, dass philosophische, mystische Vorstellungen vom zweiten Jahrhundert an über die „Kirchenväter“, die von heidnischer Philosophie erfüllt gewesen sind und den Grundstein der Glaubensbekenntnisse gelegt haben, die jetzt „orthodox“ [rechtgläubig] genannt werden, in die Kirche eingedrungen sind. Der Same der Trinitätslehre war im Denken Justins des Märtyrers, dem christlichen Apologeten des zweiten Jahrhunderts, eingepflanzt, der „im Platonismus die größte Annäherung an das Christentum fand und fühlte, dass kein Bruch mit seinem Geist und seinen Prinzipien erforderlich war, um in das größere Licht der christlichen Offenbarung hineingehen zu können.“ Die Kräfte, die daran arbeiteten, die apostolische Lehre zu verändern, stammten aus dem Heidentum ... Die Denkgewohnheiten, die die Heiden in die Kirche brachten, sind ausreichend genug, um die Verfälschung der apostolischen Lehre zu erklären, die in der nachapostolischen Zeit begann.“ [4]   

Intelligente Christen müssen über diese verderblichen Einflüsse und wie sie bis heute von vielen als Schrift „kanonisiert“ werden, informiert sein. Einsicht bedeutet das Erkennen des Unterschieds zwischen geoffenbarter Wahrheit und heidnischen, philosophischen Lehren, die außerhalb der Bibel entstanden sind und doch das beeinträchtigt haben, was jetzt „Orthodoxie“ [richtige christliche Lehre] heißt.

Ich möchte den Leser bitten, über die verheerenden Auswirkungen nachzudenken, die die Nichtbeachtung der jüdischen Art des Denkens nach sich gezogen haben, die in der Bibel zu finden ist, die von Juden (mit Ausnahme von Lukas) geschrieben worden ist. Klar, wenn Juden unter „Präexistenz“ nicht das verstehen, was wir darunter verstehen, dann sind wir ihnen gegenüber für das Missverständnis in grundlegenden Fragen, wer Jesus ist, verantwortlich. Es gibt einen großen Unterschied zwischen prädestiniert oder vorherbestimmt und tatsächlich existierend. Die griechische Philosophie hat an einen "zweiten Gott", einen nicht-menschlichen Mittler zwischen dem Schöpfer und der Welt geglaubt. Der wahre Jesus aber ist der „Mensch Messias“, der einzige Mittler zwischen Gott und Mensch (1 Tim. 2:5). „Für uns Christen gibt es einen GOTT, den Vater, und einen Herrn Messias“ (1 Kor. 8:4-6). Achte genau darauf, wie Paulus den Einen GOTT definiert hat.

Das Neue Testament ist ein durch und durch jüdisches Buch. Seine Autoren waren alle Juden außer wahrscheinlich Lukas (der aber so jüdisch wie jeder andere der Autoren im Hinblick auf seine offensichtliche Freude an dem jüdischen Heil [Joh 4,22] gewesen ist, das in Jesus sowohl Juden als auch Heiden angeboten wird). Heutige Bibelleser gehen an grundlegende biblische Themen mit einer tief verwurzelten griechischen Lebensauffassung heran. Diese haben sie von den Kirchen und den frühen nachbiblischen Glaubensbekenntnissen übernommen, die die Tatsache übersehen, dass Jesus ein Jude gewesen ist, der in jüdischen Kategorien gedacht und gelehrt hat.

Es gibt eine antisemitische Tendenz im traditionellen, bekenntnistreuen Christentum, die erkannt und aufgegeben werden muss. Sie hat die christliche Lehre dramatisch in Mitleidenschaft gezogen. Sie hat die Art und Weise betroffen, wie wir die Person Jesu, des Messias, definieren.

Die Vorstellung, dass sich die Seele vom Körper trennt und mit vollem Bewusstsein getrennt von dem Körper überlebt, ist ein völlig unjüdische Vorstellung (das ist auch im Alten Testament  die gängige Perspektive - und die neutestamentliche Lehre über die Natur des Menschen ist auf dem Alten Testament gegründet). Die heutigen Leser der Bibel sind schockiert, dass in der Bibel der ganze Mensch stirbt und in die Bewusstlosigkeit („den Schlaf“) geht und nur durch die künftige Auferstehung des ganzen Menschen wieder ins Leben zurückkehrt. Das traditionelle Christentum hält weiter an der irrigen Vorstellung fest, dass der Mensch eine „unsterbliche Seele“ hat,  die den Tod überlebt. Viele Bibelleser haben der Aussage des Interpreters Dictionary of the Bible nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt:

"Kein biblischer Text ermächtigt zu der Aussage, dass die Seele im Moment des Todes von dem Körper getrennt ist“. [5]

Die Vorstellung, dass Jesus vor seiner Geburt in Bethlehem wirklich lebendig und im Besitz des Bewusstseins gewesen ist, ist ebenfalls eine völlig unjüdische Idee. Im hebräischen Denken existiert der Mensch vor seiner Geburt nicht bewusst. Die Präexistenz der Seelen gehört in die Welt der griechischen Philosophie und ist von einigen Kirchenvätern (vor allem von dem philosophisch und mystisch gesinnten Origenes) geglaubt worden. Aber sie hatten diese Idee nicht aus der Bibel ableiten können.

Ein Teil der Buße ist die Bereitschaft, uns einzugestehen, dass wir getäuscht worden sind, dass wir nicht über ausreichende Informationen verfügt haben, um gute Entscheidungen im Zusammenhang mit biblischen Fragen treffen zu können.

______________________________________________

[1] Maurice Wiles, The Remaking of Christian Doctrine, The Hulsean Lectures , 1973, London: SCM Press, 1974.

[2] Don Cupitt, The Debate About Christ, London: SCM Press, 1979, S. vii, 4.

[3] E.G. Selwyn, First Epistle of Peter, S. 124.

[4] G.T. Purves, D.D., The Testimony of Justin Martyr to Early Christianity. New York: Randolph and Co., 1889, S. 167.

[5] Bd. 1, S. 802. See further our article, "Do Souls Go to Heaven?"

 

Nächste Seite>

 





| Home | About 21st CR | Multimedia | Contributors | Spread the Word | Contact Us | Truth Is Important | Who is God | Who is Jesus |

| Peace with God | Reformation | 21st CR Commentary | Encouragement | Past Features | Permissions | Privacy Policy | Site Map |

Copyright © 2010 21st Century Reformation. All rights reserved.

Website and Design by " Sharon"