Anthony Buzzard Multimédia • Sur Anthony Buzzard

Wer ist Jesus
Von Anthony Buzzard
Inhalt
Die Bestätigung des Monotheismus des Alten Testaments durch Jesus und Paulus
Wer sagte, dass der Messias Gott ist?
Der Menschensohn, der Herr zur rechten Hand Gottes
Jesus beanspruchte NICHT Gott zu sein
Die jüdische Sprache von Johannes
Die besiedelte Erde, von der wir sprechen, wird kommen
Der hebräische Hintergrund des Neuen Testaments
Vom Sohn Gottes zu Gott, dem Sohn
Der Mensch und die verborgene Botschaft
Jesus, der Mensch und Vermittler
Die Anschauung, dass Jesus gemäß der Bibel nicht wahrer Gott von wahrem Gott ist, wird wahrscheinlich diejenigen aufschrecken, die an die Ansichten der großen Glaubensrichtungen gewohnt sind. Es ist nicht allgemein bekannt, dass viele Studenten der Bibel vieler Zeitalter, darin eingeschlossen eine erwähnenswerte Anzahl heutiger Gelehrter, nicht aus der Schrift gefolgert haben, dass Jesus dort als der allmächtige Gott beschrieben wird.
Ein Meinungsunterschied in einem solch grundlegenden Punkt sollte uns alle herausfordern, die wichtige Frage der Identität Jesu zu untersuchen. Wenn unsere Verehrung nach den Worten der Bibel, „in Geist und Wahrheit“ (Johannes 4,24) sein soll, dann ist es klar, dass wir danach trachten sollen zu verstehen, was uns die Bibel über Jesus und sein Verhältnis zum Vater offenbart. Die Schrift warnt uns vor der Möglichkeit, dass wir in die Falle gehen können, an einen anderen Jesus zu glauben (2. Kor. 11,4) - an einen anderen Jesus als an den, den die Bibel uns als Sohn Gottes offenbart, den Messias, der durch die Propheten des Alten Testaments versprochen worden war.
Es ist ein schlagkräftiger Beweis, dass Jesus sich selbst nie als „Gott“ bezeichnet hat. Gleichfalls bezeichnend ist es, dass das Neue Testament das Wort „Gott“ – im Griechischen ho theos – nur für den Vater allein benutzt, und das etwa 1350 Mal. In scharfem Kontrast dazu wird Jesus nur in einer Handvoll Texten „Gott“ genannt - vielleicht nicht mehr als zweimal.[1] Warum gibt es im Neuen Testament diesen beeindruckenden Unterschied, wenn doch so viele Jesus als Gott im selben Sinn und nicht geringer als den Vater sehen?
Die Bestätigung des Monotheismus des Alten Testaments durch Jesus und Paulus
Leser der Schrift im 21. Jahrhundert werden die Stärke des Monotheismus – des Glaubens an einen Gott – nicht so leicht schätzen können. Dieser war das erste und wichtigste Prinzip aller Lehren des Alten Testaments über Gott. Die Juden waren bereit, für ihre Überzeugung, dass der wahre Gott eine einzelne Person ist, zu sterben. Jede Idee einer Mehrzahl innerhalb der Gottheit wurde als gefährliche Götzenanbetung verworfen. Das Gesetz und die Propheten hatten wiederholt darauf bestanden, dass nur einer wahrlich Gott ist und niemand hätte sich „Unterschiede“ innerhalb der Gottheit vorstellen können, sobald er sich Merktexten wie dem folgenden verpflichtet hatte:
„Höre, Israel! Der HERR ist unser Gott, der HERR allein“ (5.Mose 6,4)
„Haben wir nicht alle einen Vater? Hat nicht ein Gott uns geschaffen?“ (Maleachi 2,10)
„Vor mir wurde kein Gott gebildet und nach mir wird keiner sein“ (Jesaja 43,10)
„Denn ich bin Gott und keiner sonst“ (Jesaja 45,22)
„Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir“ (Jesaja 46,9)
Im Alten Testament kann man vielfältige monotheistische Aussagen finden. Ein wichtiger zu beobachtender Faktor ist, dass Jesus, als Begründer des Christentums, das Bestehen des Alten Testaments auf den einen Gott bestätigt und vertieft. Nach der Aufzeichnung seiner Lehren, die von Matthäus, Markus und Lukas zusammengefasst wurden, sagte Jesus nichts, was die absolute Einheit Gottes gestört hätte. Als ein Schriftgelehrter (ein Theologe) die berühmten Worte zitierte: „Der Herr, unser Gott, ist ein Herr“, da lobte ihn Jesus, weil er verständig geantwortet hatte und nicht weit vom Reich Gottes entfernt sei (Markus 12, 29-34).
Im Bericht des Johannes über die Zeit, in der Jesus lehrte, bestätigte Jesus gleichfalls den jüdischen Monotheismus seines jüdischen Erbes in Worten, die nicht falsch verstanden werden können. Er sprach von Gott, seinem Vater, als demjenigen, der „allein Gott ist“ (Johannes 5,44) und bezeichnete ihn als „allein wahren Gott“ (Johannes 17,3). In all seinen aufgezeichneten Lehren benutzte er das Wort für den Vater allein. Nicht ein einziges Mal sagte er, dass er selbst Gott sei, eine Idee, die sowohl absurd als auch gotteslästerlich geklungen hätte. Die monotheistischen Worte Jesu in Johannes 5,44 und 17,3 sind Widerhall der Ansicht des Alten Testaments von Gott als einer einzelnen Person. Wir können ganz einfach den jüdischen und alttestamentlichen Zeitgeist von Paulus erkennen, wenn er von seinem christlichen Glauben an den Einen Gott, den Vater (1.Kor.8,6) spricht, im Unterschied zu dem Vermittler zwischen Gott und den Menschen – Jesus Christus, der selbst Mensch war (1. Timotheus 2,5). Sowohl für Jesus als auch für Paulus war Gott ein einzelnes, nicht erschaffenes Wesen, „der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus“ (Epheser 1,3). Sogar nachdem Jesus zur Rechten des Vaters erhoben wurde, ist der Vater, in Jesu eigenen Worten, immer noch sein Gott (Offenbarung 3,12).
Wir können unsere bisherige Diskussion zusammenfassen, indem wir L.L. Paine, einen ehemaligen Professor für Kirchengeschichte am theologischen Seminar von Bangor, zitieren:
„Das Alte Testament ist strikt monotheistisch. Gott ist ein einzelnes, persönliches Wesen. Die Idee, dass eine Dreieinigkeit hier gefunden oder auch nur hinein interpretiert werden kann, ist eine Annahme, welche die Theologie seit langem beeinflusst, aber völlig jeder Grundlage entbehrt. Die Juden als Volksgruppe wurden mit ihren Lehren zu starren Gegnern aller polytheistischen Tendenzen und sie sind bis zum heutigen Tag unbeugsame Monotheisten geblieben. In diesem Punkt gibt es keinen Bruch zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Die monotheistische Tradition dauert an. Jesus war ein Jude, von jüdischen Eltern in den Schriften des Alten Testaments unterwiesen. Seine Lehre war im Kern jüdisch. Ein neues Evangelium, ja, aber keine neue Theologie. Er erklärte, dass er nicht gekommen war, um das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen. Er akzeptierte den großen Text des jüdischen Monotheismus als sein eigenes Glaubensbekenntnis: „Höre, Israel! Der Herr ist unser Gott, ist ein Herr!“. Seine Verkündigung sich selbst betreffend war in Übereinstimmung mit den Prophetien des Alten Testaments. Er war der Messias des versprochenen Königreiches, der Menschensohn, den die Juden erhofften. Wenn er einige Male fragte: „Was sagen die Menschen, wer der Sohn des Menschen ist?“, so gab er selbst nie eine Antwort, die über Behauptung, der Messias zu sein, hinausging (A Critical History of the Evolution of Trinitarianism, 1900, S. 4-5).
____________________________
Nächste Seite>





